Das Complexity Orchestra ist ein projektbasiertes Orchester und vereint eine bunte Mischung aus Laienmusiker:innen und Profis, die sich in intensiven Probenphasen zusammenfinden, um Werke von Frauen zum Leben zu erwecken, die sonst nur selten oder gar nicht auf die Bühne gelangen. Ein musikalischer Fokus liegt besonders auf Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, aber auch auf zeitgenössischen Werken. Zuletzt durfte das Complexity Orchestra unter anderem die Komposition „SOM“ von Carla Doben uraufführen; daneben stehen einige europäische Erstaufführungen etwa von Clarice Assads „Circus Fantasia“ (2026) und "Dreamscapes" (2025), Imogen Holst "On Westhall Hill" (2025) und "Chichen Itzá" von Maria Teresa Prieto (2025).
„Wir werfen ein Licht auf Werke unterschiedlichster Komponistinnen, um weibliche Schaffenskraft zu fördern – für einen Ausgleich historischer Ungerechtigkeiten in der Musik.“
In unseren Konzerten geben wir nicht nur der Musik weniger bekannter oder unterrepräsentierter Komponistinnen eine Bühne, sondern werfen auch Schlaglichter auf die oft faszinierenden und beeindruckenden Persönlichkeiten hinter dem Klang. Künstlerinnen wie etwa Ethel Smythe oder Henriëtte Bosmans waren neben ihrem musikalischen Schaffen auch Widerstandskämpferinnen und Wegbereiterinnen für die Rechte von Frauen und anderen marginalisierten Personen. Als Orchester mit queerfeministischem Selbstverständnis sehen wir unsere Aufgabe daher nicht nur in der musikalischen Darbietung, sondern wollen unseren Konzertbesucher:innen gerne auch Impulse über politischen Widerstand und gesellschaftliche Integrität aus den Leben der Komponistinnen mitgeben.
§ 1 Name, Sitz und Tätigkeitsbereich: Der Verein führt den Namen „Complexity Orchestra“. Er hat seinen Sitz in Wien und erstreckt seine Tätigkeit auf die Vertonung und Würdigung der von Frauen komponierten Musik.
§ 2 Zweck: Der Verein Complexity Orchestra wirft ein Licht auf Werke von unterschiedlichsten Komponistinnen, um weibliche Schaffenskraft und Repräsentation zu fördern und bezweckt den Ausgleich historischer Ungerechtigkeiten, durch die Frauen in der Musik systematisch übergangen wurden. Die Tätigkeit des Vereins ist nicht auf Gewinn gerichtet.
§ 3 Mittel: Die ideellen Mittel umfassen Veranstaltungen (Konzerte) und Öffentlichkeitsarbeit. Materielle Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Erträge aus eigenen Veranstaltungen, Merchandise sowie Unterstützungsbeiträge und Spenden aufgebracht.
§ 4 & § 5 Mitgliedschaft: Der Verein gliedert sich in ordentliche Mitglieder (aktive Beteiligung an Projekten), außerordentliche Mitglieder (fördernd) und Ehrenmitglieder. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand.
§ 8 Datenschutz: Mitgliederdaten werden vertraulich ausschließlich im Rahmen des Vereinszwecks verwendet.
§ 9 Internet & Medienrechte: Die Webauftritte können mediale Inhalte von Mitgliedern und Projektteilnehmenden enthalten. Teilnehmende können jederzeit verlangen, auf Bild- und Tonmaterial unkenntlich gemacht zu werden.
§ 10 ff. Vereinsorgane: Die Organe sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand (mindestens 5 Mitglieder, Funktionsperiode 1 Jahr) und die Rechnungsprüfung (2 Jahre).
§ 18 Vertretungsbefugnis: Der Vorstand vertritt das Complexity Orchestra nach außen; unterschriftsberechtigt ist das Präsidium, im Verhinderungsfall das Vizepräsidium, gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied zu zweien.
§ 24 Schlichtung: Zur Schlichtung von Vereinsstreitigkeiten ist das vereinsinterne Schiedsgericht berufen (Schlichtungseinrichtung nach Vereinsgesetz 2002).
§ 25 Auflösung: Bei freiwilliger Auflösung fällt das verbleibende Vermögen einer Organisation mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung bzw. Zwecken der Sozialhilfe zu.
Elsa Schönwiese ist Dirigentin, Physikerin und Projektleiterin und hat im Frühjahr 2024 das Complexity Orchestra gegründet. Sie hat Physik in Wien und London studiert und nahm 2023/2024 an der London Conducting Academy teil, vorrangig unter der Leitung von Denise Ham und anderen Gastdozent:innen. In den letzten Jahren hat sie mehrere Masterclasses besucht, hospitiert seit 2022 regelmäßig bei Sian Edwards und nimmt bei ihr sowie bei Daniel Hogan Privatunterricht. Im Frühling 2024 gründete sie das Complexity Orchestra, das sie seitdem leitet. Seitdem fanden bereits mehrere Projekte statt, die den Fokus immer auf Frauen hinter und auf der Bühne legen. Seit Anfang 2026 übernimmt sie das Management von 2026 und hat im Verein Complexity Orchestra die Rolle der musikalischen Leitung und der Obfrau.
Die Schweizer Geigerin Fiore Despina Streit studiert bei Prof. Thomas Fheodoroff Violine an der Universität für Musik Wien und ist sowohl solistisch als auch in Ensembles im In- und Ausland aktiv. Sie möchte sich für neue Konzertformate und eine stärkere Transdisziplinarität in der Kunst einsetzen und leitete im Mai 2024 das interdisziplinäre HKB „Kulturesk Festival“, das verschiedene Kunstsparten miteinander vereinte. Im Oktober 2025 fand mit „Dreamscapes“ von Clarice Assad ihre erste Zusammenarbeit mit dem Complexity Orchestra statt, im Mai 2026 die zweite mit Henriette Bosmans Konzerststück für Violine und Orchester.
Carla Doben Moliner ist Komponistin und Musikpädagogin aus Katalonien. Sie studierte Musikpädagogik an der ESMUC in Barcelona sowie Rhythmik (Musik- und Bewegungspädagogik) an der mdw in Wien. Als Co-Gründerin der Musiktheater-Kompanie „La Passatgera“ brachte sie im November 2025 in Katalonien ihr erstes Musical „Un Respir“ zur Uraufführung. Derzeit arbeitet sie mit Isa Fallenbacher an einem neuen Musical-Projekt, „Wo Worte ihre Grenzen finden“, und mit „SOM“ präsentierte sie 2026 mit dem Complexity Orchestra ihre erste Komposition für Orchester.